Akkuschrauber – Die Qual der Wahl (Update v. 30.12.2015)

Foto eines klassischen Handbohrers
Klassischer Handbohrer (Bildnachweis: sxc.hu by sh0dan)

Spätestens, wenn ich die Dämmung im Dach angehe und bspw. Konterlattungen oder Gipsplatten  montieren möchte, werde ich einen zuverlässigen und kraftvollen Akkuschrauber benötigen, wenn mir nicht die Arme abfallen sollen… 😉

Leistungsanforderungen

Folgende Merkmale soll ein Akkuschrauber für mich erfüllen:

  1. Geringes Gewicht – Der Akkuschrauber soll sehr leicht sein. Das ist in meinen Augen der Hauptvorzug eines Akkuschraubers gegenüber seinem kabelgebundenen Pendant. Denn wenn das Teil schon um die 2 Kilo wiegt, dann kann ich doch auch direkt meine kabelgebundene Maschine nehmen, oder? Toll wäre also ein Akkuschrauber, der mitsamt Akku unter einem Kilogramm wiegt. Insofern fielen für mich alle Modelle über 10,8 Volt raus.
  2. Stark – Der Akkuschrauber soll mir Arbeit abnehmen und kraftmäßig beim Schrauben nicht zu schnell versagen, so dass ich doch noch von Hand schrauben muss. D.h. 10 Newtonmeter (Nm) Drehmoment bei weichem Schraubfall sollte er wenigstens aufbringen (also in weiche Untergründe wie bspw. Holz).
  3. Lange Akkulaufzeit – Der Akkuschrauber soll möglichst lange durchhalten.
  4. Kurze Ladezeiten – Der Akkuschrauber soll nach längerer Nichtbenutzung schnellstmöglich Einsatzbereit sein. Dies bedingt m.E. den Kauf eines Akkuschraubers mit Lithium-Ionen-Technologie, da hier einerseits nicht mit einer raschen Selbstentladung zu rechnen ist (vgl. Wikipedia-Artikel bzgl. Selbstentladung ) und außerdem die Ladedauer gegenüber klassischen Akkus meines Wissens nach kürzer sein kann.
  5. Preiswert – Der Akkuschrauber soll schlußendlich nicht mehr als 250,- EUR kosten (was für einen Akkuschrauber meiner Meinung nach schon eine schöne Stange Geld ist!!!).

Ursprüngliche Geräte-Auswahl

Ursprünglich – bevor ich mir die über die obigen Leistungsanforderungen klar wurde – hatte ich mir – völlig subjektiv natürlich – folgende Geräte zur Wahl gestellt:

  • Festool CXS (10 Nm/16 Nm bei 0,9 kg),
  • Festool C15 Li (25 Nm/40 Nm bei 1,6 kg)
  • Makita DF330DWJ 10,8 V (14 Nm/24 Nm bei 1 kg)
  • Bosch Professional GSR 10,8 V-EC (18 Nm/ 20 Nm bei 0,9 kg)
  • Metabo Powermaxx BS Quick Pro (17 Nm / 34 Nm bei 0,8 kg)

Hinweis: Sortiert nach (Hersteller / Modell / Drehmoment bei weichem bzw. hartem Schraubfall / Gewicht mit Akku)

Festool C15 Li

Jeder, der einmal die Freude hatte, ein Festool-Gerät in der Hand zu halten, wird mir darin zustimmen, dass sie sehr hochwertig verarbeitet zu sein scheinen (über die Haltbarkeit kann ich keine Aussage machen). Der Festool C15 Li gefiel mir zwar von den technischen Spezifikationen (insbesondere 25 Nm bei weichen Schraubfall), flog aber spätestens raus, als ich einen Preisvergleich angestellte, da sämtliche vorgefundenen Angebote mein selbstgesetztes Budget deutlich überschritten. Abgesehen davon wiegt er mitsamt Akku 1,6 kg und ist eigentlich – bezogen auf die oben definierten Anforderungen – zu schwer.

Festool CXS

Der Festool CXS gefiel mir zwar vom Preis her schon wesentlich besser als der c15 Li, scheint mir jedoch keine ausreichenden Leistungsreserven beim Bohren in Holz zu bieten, da Festool das Drehmoment bei weichem Grund mit lediglich 10 Newtonmetern angibt. Berücksichtigt man noch den Umstand, dass normale Bits nicht mit dem Centrotec-Bit-Aufnahmesystem von Festool kompatibel sind, und man seine Bits und Bit-Bohrer nur noch bei Festool kaufen kann (Stichwort: Locked In-Effekt) war der CXS hier auch raus. (Wenn Ihr Infos zum DIY-Umbau von Standard-Bits ins Centrotec-Format haben wollt, empfehle ich Euch einen Besuch der Website von Michael Hild! , er hat sich mit der Kompatibilität von Centrotec-Bits und normalen E6,3 Bits näher beschäftigt und bietet auf seiner Website sogar eine Umbau-Anleitung für E6,3 Bits an).

METABO Powermaxx BS Quick in der Ausführung im Kunststoff-Koffer.

Auf den Metabo-Akkuschrauber wurde ich durch das nachfolgende (polnische?) Video aufmerksam, indem die Leistung vom Metabo Powermaxx mit der des Festool CXS verglichen wird:

Makita DF330DWJ 10,8 V

Der Makita ist zwar preislich sehr attraktiv und passt vom Gewicht (1 kg), flog aber aus meiner Auswahl raus, weil er im Gegensatz zu seinen Konkurrenten von Bosch und Metabo „nur“ 14 Nm bei weichem Schraubfall bietet und lediglich Akkus mit 1,3 Ah mitbringt.

BOSCH Professional GSR 10,8 V-EC

Mein Bruder empfahl mir – auf Grund seiner positiven Erfahrungen, die er im Rahmen seines Hobbies im harten Bühneneinsatz im Bereich der Veranstaltungstechnik sammeln konnte – den BOSCH GSR 10,8 LI-2 aus der blauen BOSCH PROFESSIONAL-Serie.

Daraufhin habe ich mir dessen Nachfolgermodell BOSCH GSR 10,8 V-EC näher angeguckt, da BOSCH für dieses Modell bei weichem Schraubfall (also bspw. Arbeiten in Holz) ziemlich starke 18 Nm angibt und der Schrauber laut Hersteller nur 0,9 kg mitsamt Akku auf die Waage bringen soll.

Die ausschlaggebenden Gründe, warum ich mich letztlich gegen den Bosch entschieden habe, sind,

a. dass ich bei Youtube in dem Text zu dem produktbezogenen Video gelesen habe, dass der BOSCH in der V-EC-Version, also einer Version, bei der der Motor keine Kohlebürsten mehr hat und somit theoretisch völlig verschleißfrei sein soll, das hohe Drehmoment nur bei hohen Drehzahlen abrufen kann. Also gerade nicht, wenn man eine Schraube nur halb reinschraubt, mit dem Schraubvorgang absetzt und dann noch mal ansetzt; und

b. dass das Bohrfutter nicht werkzeuglos wechselbar ist, wie bei dem Powermaxx BS Quick. (letzterer Punkt war aber eher nachrangig)

Theoretisch (und praktisch) hätte ich mich natürlich auch für den GSR 10,8-Li2 entscheiden können, aber irgendwie kam ich durch das oben verlinkte Leistungs-Vergleichsvideo bzgl. des Festool CXS auf den

Metabo Powermaxx BS Quick

Lichtbild des Akkuschrauber Metabo Powermaxx BS Quick im Kunststoffkoffer mitsamt Wechsel-Schnellspannbohrfutter, Ladegerät, Wechsel-Winkelbohraufsatz und einem 2 Ah Akku und einem 5,2 Ah AkkuDer Powermaxx BS Quick von Metabo hat mich vom Gesamtpaket her überzeugt:

Gewicht mit Akku nur 800 Gramm,

Leistung bei weichem Schraubfall (17 Nm) (hier fand ich auch das polnische Leistungsvergleichsvideo beeindruckend)

Hinzukommt noch, dass der Metabo in der von mir präferierten Variante sowohl mit einem 2,0 Ah als auch mit einem 4,0 Ah-Akku, sowie mit einem Wechselbohrfutter als auch einem Winkelbohrvorsatz ausgestattet ist.

Bezüglich des einen Newtonmeter Drehmoment-Differenz zum Bosch GSR 10,8 Li-2 habe ich mir gedacht, dass da, wo der Metabo schlapp macht, halt eh‘ die kabelgebunde Bohrmaschine ran muss… 😉

Der Metabo Powermaxx BS verfügt in der Quick-Variante über ein Schnellwechselsystem, dass dem Schnellwechselsystem von Festool mit der Centrotec-Technik ungewöhnlich ähnlich ist. Glücklicher Weise ist das Metabo-Quicksystem im Gegensatz zur Centrotec-Schnittstelle auch Standard-Bit-tauglich, so dass wir keinen Lock-In-Effekt haben (vgl. zu diesem Begriff den Link oben).

Laut offizieller Aussage von Metabo passt jedoch das Schnellwechselsystem von Festool NICHT auf das Metabo-Quick-System (Antwort vom Metabo-Kundenservice auf meine diesbezügliche Anfrage vom 17.03.2015):

Die offizielle Antwort hierauf lautet: NEIN ! Der Verhalt ist so, dass die Metabo-Quick-Spindel ca. 6/10mm kleiner als die Festool-Spindel ist. Demnach passen die Festool-Quick-Futter zwar auf unsere Geräte, haben aber geringes Spiel. Metabo Futter passen demnach nicht auf die etwas stärkere Festool-Spindel.

Die Frage, die man nun Materialwissenschaftlern oder Ingenieuren stellen müsste, lautet: „Ist ein Spiel von 6/10 mm schlimm? Oder ist das tolerabel?“ Ich denke da insbesondere an den Festool-Winkelvorsatz oder ein Festool Bohrfutter um auch als Nicht-Festool-Akkuschrauber-Besitzer auch mal mit Centrotec-Bits zu arbeiten… 😉

In der „Pro“-Variante (Artikel-Nummer wird der Powermaxx BS Quick nicht in einem Kunststoffkoffer,  sondern in einem sog. MetaLoc-Koffer ausgeliefert, der auch bei zweiter Betrachtung eine gewisse Verwandtschaft zum Festool Systainer offenbart.

Hier der (Achtung: Links gehen zu Amazon) Festool Systainer-T-LocAbbildung des Festool Systainer SYS 2 T-LOC

Amazon Produktfoto Festool 497564 Systainer SYS 2 T-LOC

Und hier sein Metabo-Äquivalent, der Metabo-MetaLoc-Koffer:

Foto des Metabo 626431000 MetaLoc II
Amazon Produktfoto Metabo 626431000 MetaLoc II

Vielleicht bin ich ja Apple-verseucht, aber das weiß-grüne Festool-Design kommt bei mir schon ziemlich gut an… 😉

Da mich das Systainer-Kontept von Festool so überzeugt hat, ist der Powermaxx in der Variante BS Quick Pro einfach das Produkt meiner Wahl!

tl;dr / Metabo Powermaxx BS Quick Pro

Nach langem gedanklichen hin und her habe ich mich letztendlich für den Metabo Powermaxx BS Quick Pro entschieden.

Die Anschaffung des von mir auserkorenen Powermaxx-Akkuschraubers habe ich für den Mai bzw. Juni 2015 geplant. 😉

Update vom 22.12.2015:

Im Juli 2015 habe ich zugeschlagen und auf Grund eines Angebots beim örtlichen Freizeitmarkt zugeschlagen und mir den Powermaxx BS Quick in der Variante ohne Metabo-Systainer gekauft. Dabei war einer der brandneuen 5,2 Ah Akkus, ein normaler 2 Ah Akku und das Zubehör mit Winkelvorsatz und Schnellspannbohrfutter.

Bei ein paar Gelegenheiten konnte der Bohrer schon zeigen, was er kann: Insgesamt schon ein sehr kräftiges kleines Kerlchen; Details folgen später! 😉 Begeistert bin ich schon mal von der bisherigen Akkulaufzeit und der nicht-stattfindenden Selbstentladung! Bislang arbeite ich noch mit der ersten Akkuladung!

Update vom 30.12.2015:

Bislang habe ich mich einmal über das Gerät geärgert. Das Schnellspannbohrfutter geht nur bis 10mm. Dadurch passte meine neue 68mm Fräse für Gipskartonplatten nicht, die leider einen Sechskantaufnahme mit 13mm Durchmesser hat. Egal! Kommt halt mein schweres Gerät, will heißen mein Bosch Blau Boschhammer, zum Einsatz… der schluckt die 13mm locker…

(Artikel ursprünglich erstellt am 18. März 2015)

6 Gedanken zu „Akkuschrauber – Die Qual der Wahl (Update v. 30.12.2015)“

  1. Hallo und liebe Grüße aus den wunderschönen Norden.
    Ich habe mir den Beitrag durchgelesen und finde ihn sehr interessant.
    Wie gesagt super Beitrag weiter so.
    Gruß

  2. Hallo,

    da du ja auch Amazon verlinkt hast und da du ja eine unabhängige Privatperson bist darf man sicherlich fragen bei welchem Markt Du das Angebot gefunden hast, oder?
    Gruß

    1. Hi Daniel!

      Klar, darfst Du fragen! Der Baumarkt, in dem ich letztlich zugeschlagen habe, war der Knauber-Freizeit-Markt in Bonn-Endenich. Ich habe dort als Neukunde sogar noch mal mehr Rabatt bekommen, weil ich gleichzeitig mit dem Kauf des Akkuschraubers eine Knauber-Kundenkarte beantragt habe (ich meine 13% oder so). 😉

      Beste Grüße & und einen guten Start ins Jahr 2016!!!

      Micha

      P.S.:
      Eben habe ich nochmals mit dem Akkuschrauber gearbeitet und finde ihn immer noch gut. Im Nachhinein bin ich mir aber nicht sicher, ob ich nicht doch zum Festool CSX hätte greifen sollen. Denn dadurch, dass das Bohrfutter des Metabo nur bis 13mm geht, muss ich z.B. beim Bohren von 68mm Löchern (z.B. in Gipskarton-Platten) mit der Lochfräse doch auf einen anderen Bohrer umsteigen… Eigentlich wollte ich das vermeiden… 🙁 Mal gucken, ob es evtl. noch andere Lochfräsen gibt, die einen geringeren Durchmesser haben und doch in das Schnellspannbohrfutter des Metabo reinpassen.

      1. Ist zwar schon etwas her, aber schau dich mal im Bosch-Zubehör um. Dort findest du 10mm-Aufnahmen inkl. passender Lichsägen.

    2. Keine Ahnung, ob ich Dir schon geantwortet habe… 😉
      Ich habe das Teil beim Knauber Freizeitmarkt in Bonn Endenich gekauft.

      Beste Grüße

      Michael

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