Nachweis der Kampfmittelfreiheit (1 & 2)

Foto einer Entschärfung einer nicht detonierten Fliegerbombe  (Nachweis: Wikipedia, von Holger Weinandt,  Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany)
Blindgänger bzw. Fliegerbombe (Nachweis: Wikipedia, von Holger Weinandt, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany)

Da freuten wir uns schon auf den Ablauf der Frist, innerhalb derer das Bauamt auf die Aufnahme eines regulären Baugenehmigungsverfahrens bestehen muss, und sahen uns schon in Gedanken, den ersten „Spatenstich“ machen… …da trudelt ein Schreiben des Bauamtes ein, worin uns mitgeteilt wird: „mit dem Bauvorhaben darf […] nicht begonnen werden.“

Einer der Gründe sei, dass bislang seitens des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bezirksregierung Düsseldorf unser Grundstück noch nicht „sondiert“ worden sei. Wir müssten erst einen Nachweis der Kampfmittelfreiheit vorlegen.

Wait, whaat?!?

Der Bebaungsplan oder „Oh, nein!“

Ja, ja, wie immer steht es natürlich im vermaledeiten Kleingedruckten – bei meiner kursorischen Durchsicht der „textlichen Festsetzungen“ des Bebauungsplans (B-Plan) hatte ich da ehrlich gesagt drüber gelesen (also zu allem Überfluss auch noch ganz klar eigenes Verschulden!), weil mir das nach einer typischen Klausel schien, die getreu des Mottos: „Dat ham, wir immer schon su jemät“, seinen Einzug in die Festsetzungen des B-Plans gefunden hat.

Dem war wohl offensichtlich nicht so.

Achtung: Vor Lesen der folgenden Hinweise bitte erst mein Update am Ende lesen! 😉

Baudamen und -herren, die sich in ähnlicher oder noch in der Phase der Vorbereitung des Bauantrags befinden, schildere ich mal, wie ich das mit dem „Antrag auf Flächenuntersuchung von (Bau-)Grundstücken nach Kampfmitteln“ beim

Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf

zu handhaben beabsichtige.

 

Also zunächst mal habe ich mir auf der Website der Bezirksregierung Düsseldorf  den dort zum Download bereit gehaltenen Antrag runter geladen:

https://www.duesseldorf.de/feuerwehr/pdf/bvs/antrag_auf_flaechenuntersuchung.pdf

Wie auf den Seiten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes beschrieben, muss dem Antrag ein Auszug aus der „Deutschen Grundkarte“ DGK im Maßstab 1:5.000 beiliegen (in 3facher Ausfertigung), bei dem das Grundstück möglichst genau rot markiert bzw. umrandet wurde. Eine weitere Voraussetzung ist, dass auf dem Kartenausschnitt mindestens 2 Straßennamen erkennbar sind.

Auf Seite 2 des oben verlinkten Antragformulars wird zwar auf die Geoserver der Landesverwaltung unter http://www.geoserver.nrw.de/ hingewiesen, allerdings findet sich dort leider kein Link auf die Deutsche Grundkarte.

TIM-Online

Fündig geworden bin ich dann beim Topographischen Informationsmanagement NRW – kurz: TIM-Online – unter:

http://www.tim-online.nrw.de/tim-online/nutzung/index.html

Dort flugs auf „TIM-Online starten“ geklickt und schwupps wird eine Karte geladen. Links lässt sich unterhalb des Bereichs „Kartenpositionierung“ der Begriff „Flurstück“ anwählen. Dann einfach die Gemarkung, Flur und Flurstück Eures Grundstücks angeben und „zack“, fokussiert der KArtenausschnitt auf Eurer Grundstück. Nun kann man mittels dem Werkzeug „Fläche zeichnen“ aus dem Werkzeugmenü am rechten Bildschirmrand mittels 4 Klicks das Grundstück umranden. Dann noch auf „Punkt löschen“, die virtuelle Nadel aus der Mitte Eures Grundstücks gelöscht und dann den Maßstab – oben rechts – auf 1:5.000 geändert. Mit einem Klick auf „Druckvorschau erstellen“ kann man den Titel der PDF-Datei eingeben, das Seitenlayout (Hochkant- oder Querformat) und die Auflösung für die spätere Druckqualität (niedrig, mittel und hoch) festlegen und mittels anschließendem Klick auf „Druckvorschau“ die PDF-Datei generieren.

In Firefox genügt ein Klick auf „Dokument speichern“, und die PDF-Datei mit dem erforderlichen Kartenausschnitt ist auf Eurem Rechner gelandet… 😉

Das Ganze sende Ihr dann per E-Mail-Anhang an:

kampfmittel@duesseldorf.de

„Viel Glück!“ und – wie ein anderer Bauherr mir mal wünschte – „Nerven aus Drahtseilen“ wünscht Euch

Michael

Update Nr. 2 vom 22. Juni 2015

Ich hatte heute ein sehr freundliches Telefonat mit Herrn S. vom Ordnungsamt der Stadt Königswinter. Meine Arbeit vom Wochenende ist glatt für die Tonne:

Denn die Bezirksregierung hat die Flächensichtung anhand der Luftaufnahmen schon vorgenommen und nur wenige Grundstücke als mögliche Standorte für nicht-detonierte Luftminen und Fliegerbomben ausgemacht. Die im Eigentum der Stadt befindlichen Grundstücke sind wohl schon vom Kampfmittelbeseitigungsdienst nach Blindgängern sondiert worden, aber auf manchen Grundstücken ging dies auf Grund des starken Bewuchses mit Gestrüpp und Sträuchern wohl noch nicht. Leider zählt unser Grundstück dazu. 🙁

Jetzt muss erst einmal gerodet werden, damit der Kampfmittelbeseitigungsdienst anrücken und seine Sondierungen vornehmen kann. Also erst einmal Baustopp. Sch…ade.

 

2 thoughts on “Nachweis der Kampfmittelfreiheit (1 & 2)”

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